Die Rems und die Murr sind die beiden Flüsse, die der ganzen Region nordöstlich von Stuttgart ihren Namen gegeben haben. Beides sind eher etwas kleinere Flüsse, aber gerade dadurch haben sie ihren besonderen Reiz. An beiden Flüssen verlaufen ausgedehnte Wanderwege, was der Bevölkerung die Möglichkeit gibt, an der natürlichen Schönheit der Gewässer Anteil zu nehmen.

Die Rems

as62Die Quelle der Rems, der „Remsursprung“, liegt südlich des Harts, eines Bergwaldes, und sprudelt dort aus einer kleinen Öffnung direkt aus dem Berg. Die Quelle ist als Naturdenkmal ausgewiesen. Hier beginnt auch der Remswanderweg. Von hier fließt die Rems nach Nordwesten und bildet ein breites Tal, dass eine der Hauptverkehrsachsen zwischen Ostwürttemberg und Bayern nach Stuttgart ist. Über Schwäbisch Gmünd gelangt sie schließlich nach Schorndorf, wo der bedeutendste Nebenfluss, der Wieslauf, einmündet. Ab hier beginnen die berühmten Weinhänge der Rems. Hier wird der Wein aus dem Remstal gekeltert und auch viele Obstanbauflächen findet man; meistens Äpfel und Kirschen die in dem milden Klima besonders gut reifen. Hinter Waiblingen wird das Tal durch den Muschelkalkstein enger und fließt schließlich über ein Aquädukt über die Bahnstrecke des Hessentals. Letztendlich mündet die Rems in den Neckar.

Die Murr

as63Mit nur 51 Kilometern ist die Murr nur ein sehr kurzes Flüsschen, dessen Hauptaufgabe es ist den Landstrich rund um Ludwigsburg zu entwässern. Dabei zieht sie durch die Backnanger Bucht und den Murrhardter Wald bis sie schließlich durch das Neckarbecken in eben diesen Neckar mündet. Der Name ist wohl keltischen Ursprungs und bedeutet in etwa „Moder“, was auf das trübe Wasser des Flusses anspielen mag.

Kurz hinter der Quelle am Südostabhang des bewaldeten Hoblersbergs gibt es übrigens einige sehr sehenswerte, kleinere Wasserfälle, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wenn man in der Gegend unterwegs ist. Auch hier gibt es einige sehr lohnenswerte Wanderwege.

Wissenswert ist auch die Tatsache, dass die „Ur-Murr“ vor tausenden von Jahren noch in die andere Richtung verlief. Erst durch die massiven Erosionskräfte der Rhein-Zuflüsse, zapfte der Neckar die Murr an und zwang sie so zur Umkehr. Das lässt sich heute noch an vielen merkwürdigen Knicken im Flussverlauf belegen.

Von der Quelle bis Backnang ist der Fluss quasi unverändert und naturbelassen. Erst danach wurde er, zumeist zum Schutz vor Hochwasser, stark verändert und eingefasst. Seitdem haben sich aber auch die starken Hochwasserschäden, die es davor gab, deutlich reduziert.

Seit 1985 findet die jährliche Spaß-Boot-Regatta statt, in der Teams mit selbstgebauten Booten um die Wette fahren und die die größte Regatta ihrer Art weltweit ist.